Pilotprojekt des Hildegardis-Vereins als deutsches Modellvorhaben beim Gleichstellungsgipfel (Equality Summit) am 16. - 17.11. 2009 in Stockholm
Das bundesweit erste Mentoring-Programm für Studentinnen mit Behinderung, das der Hildegardis-Verein seit mehr als einem Jahr durchführt, wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf dem heute beginnenden dritten Gleichstellungsgipfel in Stockholm als hervorragendes Modell für innovative Gleichstellungsinitiativen in Deutschland vorgestellt. Der Hildegardis-Verein fördert mit dem Mentoring-Programm die Gleichstellung von studierenden Frauen mit Behinderung.
Die teilnehmenden Studentinnen werden ein Jahr lang von berufserfahrenen Persönlichkeiten verschiedener Fachrichtungen, die überwiegend selbst mit einer Behinderung leben, persönlich beraten, begleitet und ermutigt. Das Programm setzt an den Stärken der Teilnehmenden an. Biografiebegleitend unterstützt es in Übergangsphasen im Lebenslauf junge Frauen, die ihr Leben mit einem Handicap meistern.
„Die Vorstellung unseres Pilotprojekts im europäischen Kontext verstehen wir als Ausdruck großer Wertschätzung“, erklärt die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Prof. Dr. Gisela Muschiol. „Das freut uns umso mehr, weil von Anfang an die Konzeption unseres Mentoring-Programms darauf gerichtet war, modellhaft Anregungen zur Entwicklung neuer Förderinstrumente zugunsten von Frauen mit Behinderung zu geben. Deshalb legen wir großen Wert auf die prozessbegleitende wissenschaftliche Evaluation unseres Programms, die von der Universität Kassel durchgeführt wird. Die Ergebnisse dieser Auswertung stellen wir interessierten Anbietern von ähnlichen Förderprogrammen gerne zur Verfügung.“
Auf dem Gleichstellungsgipfel (Equality Summit), der von der schwedischen EU-Präsidentschaft vom 16. - 19. November 2009 in Stockholm veranstaltet wird, beraten führende Vertreter/innen von nationalen Gleichstellungsstellen und Nichtregierungsorganisationen, EU-Sozialpartner und Vertreter/innen internationaler Organisationen über effektive Wege der Zusammenarbeit. Es geht darum, bei der Entwicklung einer offenen Kultur der Nichtdiskriminierung und bei der Förderung gleicher Rechte und Chancen innerhalb der EU voneinander zu lernen. Der Gipfel findet zum dritten Mal statt. Ins Leben gerufen wurde er 2007, im Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle, um neue Impulse für den Kampf gegen Benachteiligungen zu geben.
Auch die Wurzeln des Mentoring-Programms für Studentinnen mit Behinderung liegen im Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007. Der Hildegardis-Verein nahm dieses Jahr zum Anlass, um mit einer wissenschaftlichen Studie den Studienförderbedarf von Studentinnen mit Behinderung zu ermitteln. Das Mentoring-Programm, das von der Contergan-stiftung für behinderte Menschen gefördert wird, hat der Verein als handlungsorientierte Antwort auf zentrale Ergebnisse der Studie konzipiert und 2008 gestartet. Weitere Informationen unter www.mentoring-projekt.de.
***
Der 1907 gegründete Hildegardis-Verein ist der älteste Verein zur Förderung von Frauenstudien in Deutschland. Im Rahmen seiner biographiebegleitenden Fördertätigkeit vergibt der Verein altersunabhängig zinslose Studiendarlehen an christliche Frauen aller Studienfächer und Berufsgruppen für Studien, Zweit- und Aufbaustudien, Berufs- und Zu-satzqualifikationen. Mit einem Familienstipendium für Studentinnen mit Kind unterstützt der Verein die Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf. Im Jahr 2008 startete der Hildegardis-Verein mit Unterstützung der Contergan-Stiftung ein fünfjähriges Mentoring-Projekt für Studentinnen mit Behinderung.
Druckversion [Adobe Acrobat PDF - 76.22 KB]
